Auf der Jahreshauptversammlung des GEW Kreisverbandes Hildesheim am 12.03.2013 im Hotel Osterberg wurden mehrere MitgliederInnen für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft geehrt.
Geehrt wurden: Helmut Bonhuis, Eckart Genrich, Prof. Dr. jur. Ulrich Hammer, Hans Henning Kupferschmidt, Joachim Neubert, Karl Heinrich Peter, Monika Roden, Helga Schwartz und Krimhild Weber-Rothmaler. Der Vorstand gratuliert an dieser Stelle nochmal herzlich!
Außerdem bereicherte unser GEW Kabarett den Abend mit einem Auftritt vor den versammelten Anwesenden. Wir danken allen für ihr Kommen und freuen uns aufs nächste Jahr!
Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 31. Januar mit der TdL über eine Gehaltserhöhung für
die Tarifbeschäftigten der Länder. Auch in der 2. Verhandlungsrunde am 14./15. 2 haben die
Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Offenbar sind sie nur unter Druck bereit zu einem
Verhandlungsergebnis zu kommen.
Die GEW fordert in der Tarifrunde 2013
- Anhebung der Tabellenentgelte um 6,5 Prozent!
- Tarifliche Eingruppierung von Lehrkräften an Schulen und Hochschulen!
- Begrenzung befristeter Arbeitsverträge!
Die Arbeitgeber haben die Urlaubsregelung gekündigt. Neu Eingestellten werden nur noch 26
Urlaubstage im Jahr gewährt. Wir sagen: Hände weg vom Urlaub!
Außerdem fordern wir die Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und Beamte.
Zur Durchsetzung dieser Forderungen ruft die GEW ihre tarifbeschäftigten Mitglieder im
Bereich des TV-L im Zeitraum vom 18. Februar bis 6. März 2013 zu Warnstreiks auf.
Beamtinnen und Beamte sind aufgerufen, die streikenden Kolleginnen und Kollegen zu
unterstützen und sich nach ihren Möglichkeiten an den Aktionen zu beteiligen.
Das Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung der Universität Hildesheim lädt zu den Hildesheimer Pädagogischen (Fach-)Tagen 2013 vom
Di., 05. März 2013, bis Do., 07. März 2013,ein!
An diesen Tagen werden Fortbildungs-Workshops und Gesprächsforen für Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Studierende und Schulleitungen angeboten. Impulsreferate am Freitag sollen auf die Veranstaltung einstimmen. Anmeldeschluss ist der 28. Februar 2013!
Weitere Informationen zum/zur Ablauf, Workshop-Angebot, Anmeldung und Anfahrt erhalten Sie unter win-hildesheim.de/hpt13 !
bereits zum dreizehnten Mal können wir im GEW-Kreisverband unser Hildesheimer Lehrerfortbildungs- und Unterstützungs-System „GEW-HiLftUnS“ anbieten. Wir sehen uns als Interessenvertretung der Lehrkräfte weiterhin in der Verantwortung, neben den originär gewerkschaftlichen Aufgaben auch die Fort- und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen zu fördern. Das eine oder andere Angebot eignet sich auch für Mitglieder im Ruhestand. Informieren Sie sich im Bereich Fortbildung und Seminare über die 9 Angebote, die wir für das 1. Halbjahr 2013 organisiert haben.
VertreterInnen der Landtagsfraktionen diskutieren mit GEW über zukünftige Bildungspolitik
Der Hildesheimer Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) veranstaltete am 20. November 2012 in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Brennpunkt Bildung – in Niedersachsen und Hildesheim“ im Hotel Osterberg.
Für die Diskussion konnten die bildungspolitischen SprecherInnen der Landtagsfraktionen sowie der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt als Moderator gewonnen werden.
Rund fünfzig Interessierte erschienen, um der Diskussion von Christa Reichwaldt (Die Linke), Frauke Heiligenstadt (SPD), Ina Korter (Bündnis 90/Die Grünen), Björn Försterling (FDP) und Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (CDU) zu Bereichen wie Zukunft der Ganztags- und Oberschulen, Klassenobergrenzen oder Entlastungen von Lehrerinnen und Lehrern beizuwohnen. Zu Beginn begrüßte der Sprecher des GEW Kreisvorstandes, Holger Schröter-Mallohn, das Publikum. Eberhard Brandt stellte die Podiumsgäste vor.
Der GEW-Landesvorsitzende befragte die SprecherInnen zum Beispiel zu ihren Einstellungen gegenüber dem Erhalt der 1750 neu geschaffenen LehrerInnenstellen im Zuge der Rückgabe der Arbeitszeitkonten. Alle VertreterInnen befürworteten den Erhalt dieser Stellen über die Rückgabe hinaus, um Klassengrößen an den Schulen zu verringern.
Frauke Heiligenstadt sowie Ina Korter forderten, die Fünfzügigkeit von Gesamtschulen aufzuheben und dem Elternwillen zu entsprechen. Für Björn Försterling gäbe es hingegen keine Gründe, an der vorgeschriebenen Fünfzügigkeit zu rütteln.
Die Zukunft der Oberschule stellte keine/r der PodiumsteilnehmerInnen infrage. So werde diese neue Schulform laut Dr. Karl Ludwig von Danwitz vor allem in kleineren Gemeinden zur Erhaltung von Schulstandorten eingesetzt. Ina Korter würde gerne die Möglichkeiten integrativen Unterrichts an Oberschulen gestärkt sehen.
Im Falle eines Regierungswechsels in Niedersachsen lägen für Frauke Heiligenstadt die Prioritäten auf dem Ausbau der gebundenen Ganztagsbeschulung und der Krippenplätze. In diesem Zusammenhang kritisierte sie das Vorhaben der amtierenden Bundesregierung, ein Betreuungsgeld einzuführen. Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern müsse fallen, damit das Geld stattdessen zusätzlich in den Ausbau der KiTa-Plätze investiert werden könne.
Christa Reichwaldt problematisierte die Schuldenbremse und forderte eine Verbesserung der Landeseinnahmen, da der Schuldenabbau ansonsten zulasten von Bildungs- und Sozialausgaben ginge.
Zusätzliche SchulsozialarbeiterInnen sowie –psychologInnen forderten Ina Korter und Frauke Heiligenstadt.
Zum Schluss wurden Fragen aus dem Publikum behandelt. Auf eine Nachfrage bezüglich des Zwecks von Studiengebühren antwortete Björn Försterling. So sei dank der Einführung von Studienbeiträgen die Qualität an den Hochschulen gestiegen.
Nach der Veranstaltung bedankte sich Eberhard Brandt bei TeilnehmerInnen und Publikum für eine gelungene Diskussion. Der Vorstand der GEW Hildesheim verabschiedete die bildungspolitischen SprecherInnen und dankte für deren Erscheinen.
Ein Mitschnitt der Podiumsdiskussion soll am Freitag, dem 30. November 2012 ab 10 Uhr auf Radio Tonkuhle gesendet werden. Die Veranstaltung wurde von Schülern der Schule am Bockfeld aufgenommen.
Podiumsdiskussion "Brennpunkt Bildung - in Niedersachsen und Hildesheim"
Am 20. November, von 19:00 - 21:30 Uhr
im Hotel Osterberg (Linnenkamp 4, 31137 Hildesheim)!
Die Vertreter/-innen aller Landtagsfraktionen
Christa Reichwaldt (Die Linke) – Frauke Heiligenstadt (SPD) –
Ina Korter (Bündnis 90/Die Grünen) – Björn Försterling (FDP) –
Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (CDU)
werden zu bildungspolitischen Themen wie Inklusion, Zukunft der Ganztags- und Oberschulen, Klassenobergrenzen, Entlastung von Lehrerinnen und Lehrern, aber auch zu tarifpolitischen Fragestellungen und Eingruppierungen der Pädagogischen Mitarbeiter/-innen Stellung nehmen.
Durch die Veranstaltung führt Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Kreisverband Hildesheim
Geschäftsführender Vorstand
H. Schröter-Mallohn (Vorstandssprecher) M. Behnke H. Hammecke
H. Kirchhausen Monteiro D. Satow M. Wincek B. Zimmermann
In Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund
bereits zum dreizehnten Mal können wir im GEW-Kreisverband unser Hildesheimer Lehrerfortbildungs- und Unterstützungs-System „GEW-HiLftUnS“ anbieten. Wir sehen uns als Interessenvertretung der Lehrkräfte weiterhin in der Verantwortung, neben den originär gewerkschaftlichen Aufgaben auch die Fort- und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen zu fördern. Das eine oder andere Angebot eignet sich auch für Mitglieder im Ruhestand. Informieren Sie sich im Bereich Fortbildung und Seminare über die 11 Angebote, die wir für das 2. Halbjahr 2012 organisiert haben.
Das Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung der Universität Hildesheim lädt zu den Hildesheimer Pädagogischen (Fach-)Tagen 2012 am
Fr., 08. Juni 2012 (Sprachentag) und Sa., 09. Juni 2012 (MINT-Tag) ein!
An diesen Tagen werden Fortbildungs-Workshops und Gesprächsforen für Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Studierende und Schulleitungen angeboten. Impulsreferate am Freitag sollen auf die Veranstaltung einstimmen.
Weitere Informationen zum/zur Ablauf, Workshop-Angebot, Anmeldung und Anfahrt erhalten Sie unter win-hildesheim.de/anmeldung !
Bei den Wahlen für den neuen Kreisvorstand konnte der bisherige Vorstand einen tollen Erfolg erzielen, denn seine Bemühungen um eine zukünftig verstärkte Vorstandsarbeit haben sich gelohnt.
Peter Thon und Peter Spilker, die für ihren langjährigen Einsatz auf der Versammlung besonders geehrt wurden, hatten nicht mehr für den Kreisvorstand kandidiert, was schon vor langer Zeit angekündigt worden war. Da vier Vorstandsmitglieder weiterhin ihre Mitarbeit zugesagt hatten und außerdem drei Kolleginnen und Kollegen zur Kandidatur bereit waren, kann die Vorstandsarbeit im Kreisverband nun mit sieben Mitgliedern (zehn sind möglich) erfolgreich fortgesetzt werden. Dieser Zuspruch ist sehr erfreulich und war vor einigen Jahren so nicht absehbar.
Durch diese Entwicklung erhofft sich der Kreisvorstand zusätzliche Stabilität und in absehbarer Zeit auch noch weitere Bereitschaft zur Mitarbeit im Vorstand. Unsere neue Geschäftsstelle in der Annenstraße bietet dazu die besten Voraussetzungen und Bedingungen.
Eberhard Brandt beim Referat
Ehrungen
Vorstandsteam (V) und projektbezogene Mitarbeit (pM) ab 2012
von links nach rechts:
Holger Schröter-Mallohn (V), Harald Kirchhausen Monteiro (pM), Brigitte Zimmermann (V), Diana Satow (V), Markus Behnke (V), Harald Hammecke (V),
es fehlen: Armin Herden (V) und Martin Wincek (V)
Der Kreisverband unterstützt das Projekt "Stolpersteine" in Hildesheim, indem er hierfür zwei Steine spendet. Es handelt sich um "ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homsexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus erhält." (siehe Hompage Stolpersteine)
Alles Wissenswerte dazu findet man hier: http://www.stolpersteine.com/.
Dazu ein Bericht von der Gedenkfeier am 23.01.2012: www.hildesheim.de/magazin/artikel.php
Aufruf zur Mitarbeit am Projekt „Vernetztes Erinnern“
Das Projekt “Vernetztes Erinnern” ist ein komplexes Vorhaben, in dem die Internet-Plattform http://www.vhs-hildesheim.de/vernetztes-erinnern/ eine Schlüsselstellung einnimmt. Hier soll alles über Personen, Orte und Ereignisse zusammengetragen werden, was “Spuren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sichtbar” macht. Zielgruppen sind Schülerinnen und Schüler in Schulen und außerschulischen Einrichtungen. Lehrkräfte, insbesondere in der GEW, brauchen wir auch als Produzenten. In der VHS besteht ein Arbeitskreis, in dem die Beiträge für das Portal entstehen. Außerdem können Unterrichtsanregungen ins Netz gestellt werden. Wir hätten dann einen elektronischen Lernort/d/ner. Schließlich brauchen wir Arbeitsgruppen in den Schulen (in Söhlde und Alfeld gibt es schon welche). Gesucht werden Kolleginnen und Kollegen, die Interesse an einer Projekt-Mitarbeit haben.
Dazu auch Artikel aus der HAZ und dem KaS als pdf-Dateien.
Brigitte Zimmermann als stellvertretende Vorsitzende in den Bezirksvorstand gewählt.
Am Mittwoch, den 22.09.2011, fand in Hannover die Bezirksdelegiertenkonferenz (BDK) statt.Als einer der Tagesordnungspunkte fand die Neuwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Sigrid Henze-Künnemann und Thomas Martin statt.Neue erste Vorsitzende wurde Angelika Campen, als eine von 4 Stellvertreter/innen wurde Brigitte Zimmermann vom KV Hildesheim in den Bezirksvorstand gewählt.
Auf der Vorschlagsliste zur Wahl des Schulbezirkspersonalrats (SBPR) 2012 steht Brigitte auf Platz 2 hinter Angelika Campen für die Fachgruppe Grundschule und damit auf einer guten Position, da wohl 3 oder 4 Sitze an die GEW gehen.Durch diese Entscheidungen wird der Kreisvorstand Hildesheim zukünftig in 2 Gremien vertreten sein.Ein besonderer Dank an Brigitte, die uns bereits über viele Jahre auf Delegiertenkongressen und den Bezirksvorstandssitzungen vertreten hat.
Podiumsdiskussion: Das Gymnasium - Auslaufmodell oder Eliteschule?
Eberhard Brandt zum Thema "Bildung im Raum Hildesheim" (Armin Herden – 12.09.2011)
Am Donnerstag, den 01.09.2011, fand im Mehrgenerationenhaus eine Podiumsdiskussion mit geladenen Vertretern örtlicher Gymnasien, der GEW, vertreten durch Eberhard Brandt, einem Vertreter des Philologenverbandes und des ansässigen NLQ statt.
Die Veranstaltung, die übrigens am Samstag, den 10.09.2011 um 12.00 Uhr, im Sender Radio Tonkuhle übertragen wurde, stand unter der Fragestellung: „ Das Gymnasium - Auslaufmodell oder Eliteschule?“
Eberhard Brand hatte viele Redebeiträge und auch die besseren Argumente für eine gemeinsame Schule als der Vertreter des Philologenverbandes pro Gymnasium. Die geladenen Schulvertreter argumentierten sehr unterschiedlich: Während am Goethegymnasium der G8- und der G9-Jahrgang mit gleich gutem Abschluss entlassen wurde, klagte Herr Hartmut Schulz, Schulleiter des Andreanums, über die Verdichtung des Lernstoffs sowohl in den Jahrgängen 9 und 10 und dann auch in der Oberstufe. Es wäre nicht mehr ausreichend Zeit, dass sich Schüler gesellschaftlich, sozial, kirchlich oder auch politisch engagieren könnten. Auch die Qualität der allgemeinen Hochschulreife wäre gesunken, so dass sich Uniprofessoren bereits negativ über die Studierfähigkeit der Abiturienten geäußert hätten(leider war kein Vertreter der Uni geladen). Herr Beck vom Philologenverband gab an, dass 60 % der Studienanfänger über das Gymnasium und 40 % über andere Qualifikationen, z.B. Fachabitur oder zweiten Bildungsweg den Hochschulzugang erhalten.
In der Diskussion wurde die Gesamtschule als alternative Schulform zum Gymnasium zwar nicht direkt erwähnt, aber Kollege Brandt wies auf Vorteile der gemeinsamen Beschulung mit Fördern und Fordern in Bezug auf den Erwerb der Hochschulqualifikation hin. Auch sei in der Fläche der Weg ohne die Gesamtschule unter dem Gebot der Chancengleichheit der Schüler gar nicht machbar. In Hannover wird z. Zt. über die Gründung von 3 neuen IGSn bereits nachgedacht.
Herbert Kastner machte in der Fragerunde einige treffende Feststellungen, stellte Fragen an das Podium und ließ den Vertreter des Philologenverbandes etwas ratlos erscheinen.
Im Ganzen war es eine interessante Veranstaltung, leider nur von 30 bis 40 Zuhörern besucht. Festzustellen war auch, dass keiner von den örtlichen Parteivertretern anwesend war, obwohl das Thema Bildung im Kommunalwahlkampf bei allen Parteien auf der Wahlwerbung steht!
Für uns sollte die Unterschriftenaktion für den "Volksentscheid für Gute Schulen" in Niedersachsen nicht aus dem Auge verloren werden.
Gute Schulen sind auch Gesamtschulen und alle Schülerinnen und Schüler sollen 13 Jahre Zeit bekommen, sich auf ihr späteres Studium und/oder Berufsleben bereits in der Schule vorbereiten zu können.
Dazu gehört natürlich eine "gebundene" (verlässliche) Ganztagsschule mit einer optimalen Versorgung und einem rhythmisierten Schulalltag, egal in welcher Schulform. Die derzeitige Personalausstattung der "offenen" Ganztagsschule, die im Moment von der Landesregierung nur genehmigt wird, ist eine scheinheilige Minderversorgung von Billigmodellen und damit eine unerträgliche Belastung der Verantwortlichen in diesen Ganztagsschulen vor Ort. Die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" bestätigt gerade wieder einmal dieses Problem: Deutschland landet mit seinen Bildungsausgaben auf Platz 30 von 36 Industrienationen.
Machen Sie sich ein Bild von unseren neuen Büroräumen in der Annenstraße 31. Wenn wir Glück haben, werden durch die neuen Räumlichkeiten ja auch Mitglieder zur aktiven Mitarbeit im Kreisverband angeregt.
Die neuen Büroräume sind hell und freundlich eingerichtet. Frau Bak fühlt sich darin sehr wohl und bemerkt, dass wir in der Annenstraße weitaus präsenter als in der ehemaligen Geschäftsstelle sind. Die Kolleginnen und Kollegen finden uns nun viel leichter, die Häufigkeit der Mitglieder-Besuche zu den Bürozeiten hat sich schon in kurzer Zeit deutlich erhöht. In den beiden großen Fenstern zur Straße hin können wir wirksam auf uns aufmerksam machen.
bereits zum zwölften Mal können wir im GEW-Kreisverband unser Hildesheimer Lehrerfortbildungs- und Unterstützungs-System „GEW-HiLftUnS“ anbieten. Wir sehen uns als Interessenvertretung der Lehrkräfte weiterhin in der Verantwortung, neben den originär gewerkschaftlichen Aufgaben auch die Fort- und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen zu fördern. Das eine oder andere Angebot eignet sich auch für Mitglieder im Ruhestand. Informieren Sie sich im Bereich Fortbildung und Seminare über die 8 Angebote, die wir für das 1. Halbjahr 2012 organisiert haben.
Herbert Kastner hat einen Vergleich der Gesamtschule zur neuen Oberschule erstellt.
Vergleich: Gesamtschule und Oberschule (von Herbert Kastner)
Die Gesamtschule ist eine Antwort auf Forderungen nach einer umfassenden Reform der Schulstruktur.
Die „Oberschule“ ist ein organisatorisches Konstrukt als Folge des Rückgangs der Schülerzahlen und der Abwahl der Hauptschule.
Die Gesamtschule als Schule für alle Kinder vermeidet die vielfach sozial bedingte Auslese und Frühsortierung nach dem
vierten Schuljahr.
Die „Oberschule“ behält oder verstärkt sogar als untere Schule im hierarchischen Schulsystem die Auslese nach dem vierten Grundschuljahr.
Die Gesamtschule gibt kein Kind auf und gibt Kindern die Chance, durch individuelle Förderung den bestmöglichen Abschluss zu erreichen.
Die „Oberschule“ kann als unterste Schule nicht mehr nach unten abschieben, ein Übergang zum Gymnasium wird wie bisher bestenfalls nach dem 10. Schuljahr möglich sein.
Die Gesamtschule verbindet die individuelle Förderung möglichst aller Befähigungen und Talente mit sozialem Lernen in heterogenen Gruppen.
In der „Oberschule“ werden wie bisher im dreigliedrigen Schulsystem mit der starken Ausrichtung auf die überprüfbare und sogar messbare Einzelleistung Prozesse der Konkurrenz und Selektion gefördert.
Die Gesamtschule gibt Eltern die Sicherheit einer Schule ohne Schulwechsel bis zum Abschluss und den Schulträgern für die Schulentwicklungsplanung die Sicherheit ohne eine jährliche Überprüfung der Schülerzahlen.
Die „Oberschule“ wird von Eltern bereits jetzt zugunsten des „Königswegs“ Gymnasium abgewählt und gibt dem Schulträger wegen der Unsicherheit der Schülerzahlen keine Planungssicherheit.
Die Gesamtschule ist unter den Aspekten der Bildungspolitik, der Pädagogik und der Ökonomie die Schule der Zukunft.
Die „Oberschule“ ist eine Ausweichlösung und gegenüber dem Gymnasium die untere Schule. Sie ist keine Weiterentwicklung, sondern ein Rückschritt zu einem ständischen Schulsystem.
Herbert Kastner
(Leserbrief an HAZ zum Artikel "Union trägt die Hauptschule zu Grabe" vom 22.06.2011)
Was lange währt, wird nicht immer gut. Es hat sehr lange gedauert, bis die CDU sich offen dazu bekennt, dass die Hauptschule und damit das gegliederte Schulsystem nicht mehr zu halten ist. Trotz aller Versuche, die Hauptschule attraktiver zu machen, trotz guter und einsatzfreudiger Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer wird die Hauptschule seit Jahren von Eltern „abgewählt“ und von immer weniger Schülerinnen und Schülern besucht. Auch das Kultusministerium hatte seit langem erkannt, dass die Hauptschule schon aus finanziellen Gründen und damit mit genügend Lehrkräften nicht mehr zu halten sei.
Statt einer wirklichen und umfassenden Reform des hinfälligen mehrgliedrigen Schulsystems, das in Europa fast einmalig ist, statt an Stelle einer Schule, deren Konzept gesellschafts- und bildungspolitisch begründet ist, sich auf wissenschaftliche Ergebnisse stützt und eine gerechte Forderung und Förderung aller Kinder und Jugendlichen ohne frühzeitig Auswahl und Vorsortierung in unterschiedliche Schulen ermöglicht, wird ein organisatorisches Konstrukt, die sogenannte „Oberschule“, als Heilmittel angepriesen, obwohl sie nur als „Rettungsschirm“ für die Hauptschule gedacht ist. Dass dabei die bewährte Realschule aufgegeben wird und die vielfach preisgekrönte Gesamtschule auf der Strecke bleiben soll, nehmen die Konstrukteure in Kauf. Dass sie dabei einem vieltausendfachen Wunsch von Eltern und auch dem Willen von Schulträgern nicht gerecht werden, stört sie nicht in ihrem starren Festhalten an ihrem fast nur noch ideologisch begründeten Versuch, die Weiterentwicklung der Gesamtschule zu verhindern.
Ein solches Verhalten hat mit Vernunft nichts mehr zu tun, weil es die Realität nicht vernimmt und an Vorstellungen fest hält, die dem Ständestaat vergangener Jahrhunderte entspricht: wirklich „oben“ ist das Gymnasium als der „Königsweg“ zum Abitur und wirklich „unten“ sind die anderen, deren Schule man das Etikett „Oberschule“ anheftet. Das hat etwas von Täuschung und Werbung, aber nichts mit Offenheit und Zusammenarbeit aller Betroffenen zu tun. Der Traum vom Schulfrieden ist damit ausgeträumt.
GEW Stiftung fair childhood – Zur Nachahmung empfohlen -
Am Dienstag, 07. Juni 2011 hat das GEW-Mitglied Elina Nurmela mit einer Kommilitonin einen ganzen Tag lang eine Spendenaktion zugunsten der Aktion „Bildung statt Kinderarbeit“ in der Universität Hildesheim durchgeführt. Elina studiert dort im Master-Studiengang Erziehungswissenschaft den Schwerpunkt „Pädagogik der frühen Kindheit". Sie wurde im April in unserer Zeitung „Erziehung und Wissenschaft“ (Bund) auf die GEW-Stiftung fair childhood und die Initiative Bildung statt Kinderarbeit aufmerksam. „Ich konnte allerdings irgendwie nichts mit den beigelegten Überweisungsscheinen mit meinem geringen Studenteneinkommen anfangen. Soll ich nun 2-3 Euro überweisen? Ich dachte das wäre eher peinlich als hilfreich. So kam ich auf die Idee, durch mehrere kleine Einzelspenden doch eine größere Summe für die Stiftung sammeln zu können,“ sagt Elena.
„Ich glaube nicht mit der Aktion etwas Großes bewegen zu können. Vielmehr zählen die individuelle, bewusste Entscheidung im Alltag: Woher kommt mein Kaffee, meine Schokolade, meine Kleidung, das Möbelstück? Mussten in der Produktion der Waren Kinder arbeiten?“, fragt die Studentin und ergänzt: „Wenn Menschen durch Informationsweitergabe dafür sensibilisiert werden können, dass tatsächlich jede Kaufentscheidung zählt, habe ich schon mein Ziel erreicht.“
Wir vom GEW Kreisvorstand haben Sie am Tag der Sammlung unterstützt. So konnte sie kostenlos Kaffee, Tee und Kekse anbieten. Die Sammlung ergab ca. 80,- €. Wir haben diese Summe aufgestockt und überweisen 150,- € auf das Spendenkonto der Aktion fair childhood.
Am 01.08.2011 haben wir unsere Geschäftsstelle in die Annenstraße 31 verlegt.
Der Vorstand hat mit tatkräftiger Unterstützung mehrerer Mitglieder den Umzug bewältigt.
Herbert Kastner beschreibt die Entwicklung der Gesamtschule in NIedersachsen mit dem Beginn vor 40 Jahren.
40 Jahre Gesamtschule in Niedersachsen
Vor vierzig Jahren begann in Niedersachsen mit der Gesamtschule eine neue Schulform. Sie war eine Antwort auf Forderungen nach einer Bildungsreform, deren Grundlinien im „Bildungsgesamtplan“ und im „Strukturplan für das Bildungswesen“ vorgegeben und in den „Empfehlungen für Schulversuche mit Gesamtschulen“ der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrats konkretisiert waren. Diese Vorgaben waren zwar nicht identisch, wurden aber von den gleichen Interessen getragen, die auch die pädagogische Gestaltung und die Struktur der neuen Schule bestimmten.
Es waren
- ...
Den ausfühlichen Artikel finden Sie hier, dazu noch eine Literaturliste.
Vor 40 Jahren begann in Niedersachsen mit der Gesamtschule eine neue Schulform. Sie war eine Antwort auf Forderungen nach einer Bildungsreform, deren Grundsätze im „Bildungsgesamtplan“ und im „Strukturplan für das Bildungswesen“ vorgegeben und in den „Empfehlungen für Schulversuche mit Gesamtschulen“ der Bildungskommission des Deutschen Bildungsrats konkretisiert waren. Das ist lange her, die Gesamtschulen wurden mehr als eine Schule je zuvor wissenschaftlich untersucht und mit mehreren Preisen, unter anderem mit dem „Deutschen Schulpreis“ ausgezeichnet.
In diesem Jahr soll auch eine „neue“ Schulform geschaffen werden, die „Oberschule“. Diese von ihren Protagonisten bereits vor ihrem Beginn als „Ausdruck der Weiterentwicklung der Schule“ gepriesene Schule gibt keine Antwort auf die drängenden Fragen der Schulpolitik und Pädagogik, sondern ist ein organisatorisches Konstrukt zur Lösung von Problemen, die durch den Rückgang der Schülerzahlen und die Abwahl der Hauptschule entstanden sind. Sie stützt sich weder auf bildungspolitische Vorgaben, noch auf wissenschaftliche Erkenntnisse, noch auf Forderungen der Gesellschaft nach einer besseren und gerechten Schule. Ihre Grundlage ist der Machtbesitz derer, die an ihrem alten und nur noch ideologisch begründeten hierarchisch gegliederten Schulsystem festhalten.
Diese „neue“ Schule ist nicht einmal neu. Eine Oberschule gab es bereits in den 30er und 40er Jahren, sie ersetzte damals das Gymnasium, war also im Gegensatz zu dem jetzt zwangsweise eingeführten Modell eine wirkliche Oberschule, während das jetzige Konstrukt im hierarchischen Schulsystem unter dem Gymnasium eine „Unterschule“ ist, die alte Volksschule, und damit ein Rückfall in das Ständesystem, das wir in unserem Staat eigentlich für überholt hielten. Eine Zusammenführung von Hauptschule und Realschule gab es auch in den 50er und 60er Jahren im „Differenzierten Mittelbau“, dem aber eine pädagogische Konzeptionzugrunde lag.
Das alles sollte man wissen, wenn man eine neue Schule plant. Es wäre interessant zu erfahren, welche Vorstellung von Bildung, Leistung und von Schule als Lern- und Lebensstätte der Kultusminister hat, wenn er einerseits „seine“ neue Schule preist, die bewährte Gesamtschule aber behindert und verhindert. Dabei sollte man vor allem beachten, dass das durch die „Oberschule“ eingeleitete „Zwei-Säulen-Modell“ die vielfach sozial bedingte Auslese und Sortierung der Schülerinnen und Schüler nicht beendet wird, sondern durch eine verstärkte Wahl des „Königswegs“ über das Gymnasium zunehmen wird. Die „Oberschule“ wird daher nicht einer positiven Weiterentwicklung des Schulsystems dienen, sondern sich als Irrweg oder Sackgase erweisen. Und sie wird dem Schulträger seine Sorgen und Sicherheit um eine gute Schule nicht abnehmen.
In diesen Wochen erleben wir ein weiters Mal, wie sich bei Bürgerinnen und Bürgern Politikverdrossenheit entwickelt. Wenn eine Regierung gegen wissenschaftliche Erkenntnisse, gegen die Wünsche einer breiten Bürgerschaft, gegen die Forderungen von Wirtschaft, Kirchen und Verbänden nur dank ihrer Macht ihren Willen durchsetzt, verliert sie das Vertrauen ihrer Wähler. Wenn sie nicht einmal ihre eigenen, möglicherweise taktisch begründeten Versprechen einlöst, wird sie unglaubwürdig. So schafft man eine Abneigung gegen Politik schlechthin mit der Folge, dass „das Volk“ sich entweder resignierend abwendet und nicht einmal mehr zu Wahlen geht oder zu „Wutbürgern“ wird. Dafür gibt es in der letzten Zeit auch in unserem Staat leider viele Beispiele.
Dass es Politiker gibt, die das anscheinend immer noch nicht begriffen haben, ist erschreckend. Sie schaden mit ihrem fast krankhaften Festhalten an ihren vielfach nur noch ideologisch fundierten erstarrten Positionen sich selbst und ihren Parteien. Sie schädigen aber vor allem die Demokratie in unserem Land. Ihrer Verantwortung werden sie damit nicht gerecht Wer statt des von allen an Bildung Interessierten erwarteten Schulfriedens zu schaffen Tausenden von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Kirchen, ja auch der Wirtschaft den „Krieg“ erklärt, darf sich nicht wundern, wenn er eine Unruhe hervorruft, die nicht mehr nachlassen und die kommenden Wahlen bestimmen wird. Noch ist das demokratische Bewusstsein nicht verloren, noch halten sich die Ge- und Enttäuschten an die Spielregeln. Verantwortungsvolle Politiker sollten ihr Machtspiel aber nicht zu weit treiben. Dafür sind letzten Endes die Schülerinnen und Schüler zu schade, die ein Anrecht haben auf eine gute und gerechte Schule, auf individuelle Förderung jedes Einzelnen, auf Chancengerechtigkeit ohne sozial bedingte Auslese und Sortierung.
Eine gute Bildungspolitik muss auf die drängenden Fragen unserer Gesellschaft eine Antwort geben und darf sich nicht mit Strukturspielchen begnügen. Unsere Schule braucht keine bloße Reparatur mit Etikettenwechsel, sondern eine gründliche und umfassende innere Reform. Auch dafür gibt es in unserem Land gute Beispiele, wie es die Auszeichnung mit dem „Deutschen Schulpreis“ zeigt. Eine solche seit fast vierzig Jahren bestehende Schule in ihrer Entwicklung zu behindern oder sie sogar zu verhindern und zu zerstören, ist nicht nur unvernünftig, sondern frevelhaft.
In der Mitgliederversammlung am 15.02. hatte die GEW-Kabarettgruppe einen tollen Auftritt. Die Kolleginnen und Kollegen um Tilo Müller Heidelberg sorgten mit brillianten satirischen, süffisanten und humorvollen Sketchen und Liedern für eine willkommene Auflockerung der Veranstaltung.
In der Mitgliederversammlung am 15.02. ehrte Vorstandsmitglied Brigitte Zimmermann fünf Jubilare. Bernhardine Schroer und Gerald Wolter wurden für 25 Jahre, Franz Boas und Jürgen Wetzel wurden für 40-jährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft geehrt. Mit einer mehrere Minuten langen „Standing Ovation“ wurde Herbert Kastner geehrt, den viele den „Vater der niedersächsischen Gesamtschulen“ nennen. Er war vor 65 Jahren in der Sowjetzone zuerst in die Baugewerkschaft und vor 60 Jahren in die GEW eingetreten. „Herbert Kastner setzt sich, wie niemand sonst - auch noch in seinem Ruhestand - unermüdlich für eine humane Schule ein, in der niemand ausgegrenzt wird“, lobte Vorstandsmitglied Peter Thon den Jubilar.
Irrungen und Wirrungen (Herbert Kastner vom 05.01.2011)
Der angestrebte und von den meisten Bürgerinnen und Bürgern lang ersehnte „Schulfrieden“ ist leichtfertig verspielt, die Irrungen und Wirrungen in der Bildungspolitik gehen weiter. Wer heute noch glaubt, an die Stelle einer langfristigen Strategie mit dem Ziel, mehr und eine auch sozial gerechte Bildung für alle zu erreichen, taktische Spielchen zu treiben, wird scheitern. Er verliert die Glaubwürdigkeit und an Vertrauen. Er kann sich nur noch auf seine Macht stützen, nicht mehr auf eine konstruktive Mitarbeit aller an Bildung und Erziehung Interessierten. Und wer immer noch der Meinung ist, am Volk vorbei regieren zu können, begeht einen für unsere parlamentarische Demokratie fatalen Fehler, wie Beispiele des Jahres 2010 zeigen. Wenn das ZDF im Jahresrückblick am 19.12. das zu Ende gehende Jahr als „Jahr des Nein“ nennt, verkehrt es Ursache und Wirkung. Es war ein Jahr verfehlter Politik auf mehreren Feldern, einer Politik, die dem Parlamentarismus und unserer Demokratie im gleichen Maße schadet
War von dieser Landesregierung wirklich mehr zu erwarten? Sie ging von vornherein von falschen Voraussetzungen aus, glaubte sie doch, durch eine „neue“ Schulform Schulträger, Eltern und Verbände täuschen zu können und wollte einfach nicht den Schritt zu einer Schulform gehen, die nicht auf einer vielfach sozial bedingten und auch von der letzten PISA-Untersuchung festgestellten Auslese und Vorsortierung nach dem 4. Schuljahr aufbaut. Dieser „neuen“ Schulform, die von einigen Protagonisten schon als Jahrhundert-Ereignis gepriesen wird, gibt sie die Bezeichnung „Oberschule“. Ganz abgesehen davon, dass in den dreißiger Jahren das Gymnasium diese Bezeichnung bekam, ist sie auch falsch. In unserem nach wie vor hierarchischen System mit dem wie ein Denkmal geschützten Gymnasium oben ist die neue Schulform die Unterschule, auch nicht die hauptsächliche, also die Hauptschule, sondern die Schule des Volks, die alte „Volksschule“.
Es ist ein weiterer Irrtum zu glauben, dass Eltern das nicht merken und Schülerinnen und Schüler das nicht spüren, dass sie in dieser neuen Schule „da unten“ sind gegenüber denen „da oben“. So aber führt man nicht zusammen, sondern trennt, dient man nicht dem Gemeinwohl, sondern einer bestimmten Klientel und führt nicht zu mehr Bildung für alle, sondern zu späteren höheren Sozialausgaben.
Völlig verfehlt ist es, wenn der bildungspolitische Sprecher der Mehrheitsfraktion dieser Regierung im Landtag eine große Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die nicht seiner Meinung sind, „Gesamtschulideologen“ nennt und ihnen Realitätsferne vorwirft. Es gibt gerade in den letzten Jahren zahlreiche belegbare Aussagen aus seiner Partei und den Interessenverbänden für das Gymnasium, die pure Ideologie sind und sogar Eltern „mobilisieren“ wollten, wenn die letzte Landtagswahl eine andere Regierung als die jetzige gebracht hätte. Beruhigend ist, dass dieser bildungspolitische Sprecher nicht einmal für seine Partei spricht, deren für die Schulen ihres Bereichs Verantwortlichen eine Schule wünschen, die nachhaltig und gerecht allen Schülerinnen und Schülern dient und dem Schulträger größere Planungssicherheit gibt.
Sollten die ursprünglichen Aussagen des Kultusministers zur „Oberschule“, ihrer Mindestzügigkeit und der Möglichkeit eines „gymnasialen Angebots“ und zur weitgehenden gemeinsamen Unterrichtung aller Schülerinnen und Schüler dieser Schule, und sollten auch die Aussagen zu einer Reduzierung der Mindestzügigkeit für neue Gesamtschulen wirklich ernst gewesen sein, könnten sein „Umfallen“ und ein Scheitern des „Schulfriedens“ mit seiner Neigung oder Pflicht zum Koalitionsfrieden und den Drohungen des Philologenverbandes erklärt werden. Ein Zeichen von Führungsstärke wäre das nicht. Aber vielleicht lässt sich auch alles als „taktisches Spielchen“ deuten? Das aber wäre dann allerdings nicht mehr verantwortungsvolle Politik.
Das neue Jahr mit einer Tasche der GEW - und 999 Mitglieder!
Wir können eine erfreuliche Entwicklung feststellen:
Im Dezember 2010 hat der Kreisverband Hildesheim durch weitere Eintritte in die Gewerkschaft insgesamt 999 Mitglieder! Da sollte es auf der Mitgliederversammlung im Februar 2011 (oder im Jahr 2012!) doch möglich sein, Nachfolger für die Mitarbeit im Vorstand zu finden.
Übrigens: Bei einer ähnlichen Bitte um Mitarbeit in einem kleineren Kreisverband der GEW gab es über 15 Meldungen. Da müsste in Hildesheim doch auch eine positve Resonanz erfolgen!
Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern
ein frohes, erfolgreiches
und gesundes neues Jahr 2011.
In der Geschäftsstelle können Mitglieder die unten abgebildete Umhängetasche für nur 5,00 Euro erwerben. Diese Tasche ist bestens geeignet, um zusätzliche Unterlagen gut und sicher (zur Schule) transportieren zu können. Der Kauf ist möglich, solange der Vorrat (ca. 25 Stck.) noch reicht.
Pädagogische Mitarbeiter und Sozialpädagogen unterstützen
Erzieher- und Lehrerausbildung sinnvoll gestalten
Mitglieder betreuen
neue Mitglieder werben
Personalratsarbeit unterstützen
Mitgliederversammlungen organisieren
einen Jahresetat verwalten
Pressearbeit gestalten
Kontakt zum DGB halten
Im Februar 2012 werden definitiv drei Mitglieder aus dem geschäftsführenden Vorstand des GEW-Kreisverbands ausscheiden.
Natürlich wollen und müssen wir dafür sorgen, dass auch in Zukunft im Raum Hildesheim eine gewerkschaftliche Interessenvertretung für die Beschäftigten und Pensionäre im Bildungsbereich stattfindet.
Diese Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Sie kann in Zukunft ggf. finanziell bzw. durch Freistellungen bei der Arbeit in höheren Personalratsebenen gestützt werden.
Die folgenden Personen geben gern Auskunft:
Peter Thon
Peter Spilker
Brigitte Zimmermann
Markus Behnke
Birgit Bak
05121 - 62878
05063 - 4298
05044 - 4746
05121 - 2959261
05121 - 23280
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Grundsätze einer pädagogisch orientierten Schulentwicklungsplanung
Die zurückgehenden Schülerzahlen und die damit verbundenen schulpolitischen Probleme veranlassen das Kultusministerium endlich, den Landkreisen als Schulträgern in ihrer Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger ihrer Region für die Entwicklung ihrer Schulen mehr Gestaltungsfreiheit zu geben. Die erforderliche Schulentwicklungsplanung schafft dabei nur den äußeren Rahmen für die innere Schulentwicklung. Sie soll sicherstellen, dass die Schulen ihren Bildungsauftrag uneingeschränkt erfüllen können. Sie soll den Betroffenen, besonders den Kommunen und Eltern, zugleich Handlungssicherheit geben.
Dabei müssen alle Schulen der Region, nicht nur die Grundschulen und Hauptschulen, umfassend überprüft und in die Planung einbezogen werden. Eine solche Planung kann nicht nur darin bestehen, Schulraum bloß zu verteilen und Schülerströme zu lenken oder umzulenken. Die Frage an den Schulträger lautet nicht nur, wie er seine Schule halten kann, sondern vor allem, wie er seinen Schülerinnen und Schülern mit seinem Bildungsangebot möglichst optimal gerecht werden kann. Die Frage darf also nicht heißen „wie viel Schüler braucht die Schule für die Bildung?“ Sie muss lauten „wie viel Bildung braucht der Schüler?“ Auch aus diesem Grunde wäre es falsch, die Schulentwicklungsplanung als Not-Maßnahme zu sehen. Sie ist unter bildungspolitischen und pädagogischen Aspekten, unter den Gesichtspunkten der Raumordnung und –struktur, aber auch unter bildungsökonomischem Aspekt eine bleibende Aufgabe, weil Schule sich immer weiter entwickelt Sie reagiert nicht nur auf bestimmte aktuelle Situationen und muss perspektivisch und nachhaltig gelöst werden.
Eine derartige Planung ist keine „Traumtänzerei“, sondern zielt auf die Umsetzung von klaren, durchdachten und auch durchgerechneten Vorstellungen. Diese blieben allerdings Leerformeln, wenn nicht auch gesagt wird, was sie konkret beinhalten und wie sie realisiert werden können und sollen Es genügt nicht, immer nur wie eine Biene zu summen, irgendwann muss es auch Honig geben.
Demokratisch handelnde und politisch kluge Planer sehen in der Schulentwicklungsplanung kein Verwaltungsgeschäft, sondern einen Prozess gesellschaftlicher Orientierung mit breiter Mitwirkung. Sie ist weder ein Laborunternehmen, noch ein Planspiel einzelner Personen oder eines Amtes .Weil sie letzten Endes alle angeht, ist sie, besonders unter dem Aspekt ihrer Umsetzung, auf die Mitwirkung der Betroffenen angewiesen. Und sie braucht für die einzelnen oben genannten Aspekte sachverständige Mitarbeiter.
Eine in die Zukunft gerichtete Planung wäre grundsätzlich falsch, wenn sie an vorhandenen, jahrzehntelang gewohnten und vielfach erstarrten Vorstellungen festhalten würde. Es geht um langfristige Sicherheit für den Schulträger, um Fehlinvestitionen zu vermeiden; es geht um die Schülerinnen und Schüler, denen eine Schule ohne vorzeitige Auslese und Vorsortierung angeboten werden soll; und es geht um das Interesse und den Willen der Eltern, die für ihre Kinder die bestmögliche individuelle Förderung wünschen.
Wer jetzt glaubt, diese Aufgaben einer pädagogisch orientierten und in die Zukunft gerichteten Schulentwicklungsplanung durch eine Zusammenfassung von Hauptschule und Realschule unter Ausschluss des Gymnasiums zu lösen oder vielleicht schon gelöst zu haben, wird , wie es am Beispiel Schleswig-Holsteins zu erkennen ist, bald feststellen, dass dieser Weg ein Irrweg ist: Dort hat sich eine überwiegende Mehrheit der Eltern für das Modell einer Schule mit allen Abschlüssen und damit gegen das Haupt-Realschulmodell entschieden. Ein Schulsystem, das einerseits Haupt- und Realschule zusammenfasst und auf der anderen Seite das Gymnasium festigt, ist ein Zwei-Klassen- Schulsystem mit der Abkopplung privilegierter Kinder von den anderen. Es ist ungerecht und verhindert gleiche Bildungschancen. Solange es eine isolierte Schulform wie das Gymnasium gibt, das bessere Schulabschluss- und damit immer noch bessere Lebenschancen verspricht, bleibt eine Rangordnung zwischen Schulen bestehen, wobei der „Königsweg“ wahrscheinlich noch stärker reglementiert und der Zugang erschwert wird. Allein dadurch dürfte eine solche „höhere“ Schule noch elitärer werden. Wer also eine Schule will, die ohne soziale Auslese die Schülerinnen und Schüler optimal fördert und jeder und jedem individuell gerecht wird, wird eine „Schule für alle“ anstreben. Gesellschaftliche, pädagogische und auch ökonomische Grundsätze sollten stärker wirken als ideologisch erstarrte Festlegungen.
Wenn ein Schulentwicklungsplan den Grundprinzipien der Bildungsgerechtigkeit entsprechen will, muss er das „Zwei-Säulen-Modell“ ablehnen und nach Wegen zu einer „Schule für alle“, einer Gesamtschule suchen .Eine solche Schule kann im Sekundarbereich I , also vom 5. bis 10.Schuljahr, wie Erfahrungen zeigen, auch mit drei oder vier Zügen gute und für jeden Schüler und jede Schülerin erfolgreiche Arbeit leisten. Und es gibt auch in Niedersachsen Beispiele der Zusammenarbeit mit anderen Gesamtschulen des Sekundarbereichs I mit einer gemeinsamen Oberstufe.
Die Schulträger haben es künftig in der Hand, in ihrem Bereich eine Schule zu entwickeln, die jedem Kind und Jugendlichen gleiche Bildungschancen einräumt und damit unserer demokratischen Gesellschaft entspricht. Dazu gehören Weitsicht um Umsicht, Gründlichkeit und Entschlossenheit, aber auch Kraft und Mut. Sie werden ihrer Verantwortung auf Dauer nicht gerecht, wenn sie jetzt das Falsche tun, nur weil das Richtige zur Zeit nicht möglich scheint.
alle wichtigen Informationen und Handreichungen zum "Volksbegehren für gute Schulen" erhalten Sie auf der Homepage der Organisatoren www.volksbegehren-schulen.de :